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Die Jugendkirche für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Firmprojekt

Firmvorbereitung alternativ – Projekt zur Bolivienkleidersammlung

Kirchberg/Sohren Die Firmvorbereitung im Dekanat Simmern-Kastellaun zeichnet sich normalerweise durch viele unterschiedliche Angebote, Veranstaltungen und Projekte aus. Sie bereichern die Gruppentreffen, mit denen sich die Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung vorbereiten können.

Ein Highlight ist für viele die Bolivienkleidersammlung, an der sie altersbedingt dann zum ersten Mal teilnehmen dürfen. Diese fiel auch dem Lockdown im Frühjahr zum Opfer und konnte nicht nachgeholt werden.

Doch Diakon Clemens Fey ließ sich zumindest für seine Firmgruppe eine kleine Alternative einfallen. Sie nutzten die Herbstferien, um einen besonderen Ausflug zur Firma Striebel zu machen. Striebel ist seit Jahren Kooperationspartner der Bolivienkleidersammlung. Diese genießt mit dem FairTrade Siegel auch die Anerkennung als gemeinnützige Kleidersammlung. Familie Striebel informierte die junge Gruppe persönlich über ihre Arbeit. Die Jugendlichen hatten zuvor einen Hänger voll mit Altkleiderspenden im Hunsrück verladen und bei Firma Striebel entladen.

Sie erlebten einen interessanten Besuch bei dem ihnen einiges bewusst wurde: Zu Omas Zeiten hatte Kleidung einen sehr hohen Stellenwert. Die Familie kaufte nur das dringend Notwendige. Anziehsachen wurden viele Jahre lang gepflegt und gehegt. Modetrends hielten länger. Das schonte den Geldbeutel und die Ressourcen. Heutzutage gilt das allerdings nicht mehr. Modesaisons werden immer kürzer. Im Schnitt kauft jeder Deutsche fünf neue Kleidungsstücke pro Monat. Ein T-Shirt wird oft nicht länger getragen als eine Plastiktüte, wie Greenpeace in einer Umfrage unter Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren herausgefunden hat. Zum Nachteil der Umwelt.
Denn es werden nur 1 Mio. Tonnen Kleider jährlich in Deutschland gesammelt. 300.000 Tonnen landen leider immer noch im Restmüll. „Die Firma Striebel verarbeitet von den 1 Mio Tonnen leider nur 25000 t, weil sie ausschließlich nur Kleidung annehmen, die von caritativen Gruppen und Organisationen wie uns gesammelt werden!“, betont Diakon Fey. „Nur 3 % der Kleidung ist 1a Ware, sie deckt aber 50 % der Kosten. Diese 1a Ware bekommen wir auch für unseren Second Hemd & Hose Markt.“ berichtet Fey. Er plant zusammen mit den Jugendlichen für das Frühjahr einen erneuten Markt auf dem Flughafen Hahn. Engagierten und verantwortungsbewussten Menschen sollte seriöses Textilrecycling – fair, sozial und solide – wofür die Bolivienkleidersammlung und Striebel Textil stehen, selbstverständlich sein.

Gerade im Zeitalter von Billigketten, Online-Märkten und ständig wechselnden Moden gewinnt dies an Bedeutung: für den Menschen, den Schutz der Ressourcen und für die Bewahrung der Schöpfung. Fey bemerkte anerkennend, dass Familie Striebel jährlich mehrere Mio t für Krisengebiete spendet.

Den Jugendlichen war auch nicht bewusst, dass es auch eine besondere Zielgruppe für 2nd Handware gibt. Dies erfuhren sie in „Stilreich“, dem eigenen Markt von Striebel. Wer Markenware günstig kaufen möchte, wer Einzelstücke sucht oder Allergiker ist und deshalb auf Neuware verzichten muss, der besucht gerne 2nd Hand-Geschäfte.

„Ungebremster Kleiderkonsum und steigende Produktion von Textilien schädigen die Umwelt. In China sind laut Greenpeace 320 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Krebserregende, hormonell wirksame und für Wasserorganismen toxische Chemikalien aus der Textilproduktion finden sich inzwischen überall, sogar in der Leber von Eisbären oder der Muttermilch.“, fasste Manuel Striebel zusammen. Fey war dankbar für die Einladung und Unterstützung von Familie Striebel. Sie laden in normalen Zeiten auch jede Woche zwei Gruppen zur Besichtigung ein, denen sie das Abendessen und die Übernachtung bezahlen. Es ist ihnen ein Anliegen, dass immer mehr Jugendliche begreifen, dass die Herstellung einer neuen Jeans 6000 Liter Wasser verbrauchen. „Was für ein tolles Engagement!“, bedankte sich Fey.

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