crossport to heaven

Die Jugendkirche für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Blind Foundation bringt Musik zu den Grundschülern

Für alle Grundschüler in Büchenbeuren gab es eine besondere Unterrichtsstunde. Die Band „Blind Foundation“, zur Hälfte mit blinden Musikern besetzt, brachte den Schülern auf besondere Weise Musik nahe und rockte am Abend im Crossport to Heaven.

Gemeinsam mit der Grundschule Büchenbeuren hatte Crossport to Heaven, die Flughafenkirche, ein Schulprojekt ermöglicht. Zwei Workshops mit Konzertcharakter für die untere Stufen (Klasse eins und zwei) und obere Stufen (Klassen drei und vier) fanden in der Aula mit Blind Foundation statt. Noch am Abend war Lehrerin Katharina Staedtler „total begeistert von der Atmosphäre an der Schule“.
Das Vorhaben, den Kindern Musik und den Spaß an Instrumenten näher zu bringen, war geglückt. Die vier Profis erklärten spielerisch leicht zuerst ihre Instrumente – E-Piano, Schlagzeug, E-Gitarre und Bass – und zeigten, was ein Instrument so alles kann. Stets bereit, die Fragen der kindlichen Zuhörer zu beantworten, erarbeiten sie gemeinsam die Elemente eines Musikstückes wie Strophe, Refrain und Solo. Aber auch mehrstimmiger Gesang und die Vielfalt der Instrumente in ihrem Zusammenwirken, wurden erklärt. Mit dem allseits bekannten Lied „Hänschen Klein“ vollzogen sie eine Zeitreise: „Hänschen Klein“ quer durch alle Musikrichtungen wie Oper, Jazz, Volksmusik, Rock und HipHop. Sehr unterhaltsam, überhaupt nicht belehrend, vermittelten sie den Kindern bleibende Eindrücke. Die Blindheit zweier Musiker stand dabei nicht im Vordergrund, sie wurde nur nebenbei mal Thema. „Ein guter Pianist spielt immer blind, er schaut doch nicht auf die Tasten“, war die Erklärung des Musikwissenschaftlers und Komponisten Mohamet Metwalli.
Clemens Fey war froh, das Projekt angestoßen zu haben: „Es war ein super Vormittag für die Kinder“.
Im Crossport to Heaven überraschte am Abend der ungewöhnliche Bandaufbau. Schlagzeug und E-Piano standen in vorderster Reihe. Starteten sie mit Instrumentalstücken, wurde die nächste Besonderheit erst später deutlich. Wie Phil Collins saß mit Manfred Scharpenberg der Leadsänger hinter den Trommeln. Noch später wurde den jugendlichen und erwachsenenZuhörern bewusst, dass der unterhaltsame, ironische Musiker blind den Takt vorgab und gar nicht sah, für wen er singt.

Mit einem ihrer eigenen Stücke sprachen sie vor allem den Kindern und Jugendlichen aus der Seele: „Wieso meckern eigentlich alle an mir rum“, fragen sie sich oft, so wie in „Dann und wann“. Höchst aufmerksam verfolgten sie das Konzert und freuten sich über die Botschaft „mit jedem Atemzug wird klar, wie wunderbar das Lebens ist. Alles wird gut.“ Aber auch die Probleme der Eltern mit den Heranwachsenden, „Kinder ihren Weg finden zu lassen“ hatten sie im Song „I Want You to know“ im Blick, so der Bassist und musikalische Leiter Markus Hofmann, selbst Vater. Er muss nicht so textsicher sein, wie seine blinden Kollegen, konnte er doch mal auf das Ipad spiecken wie sein junger Kollege an der E-Gitarre Florian Hollingshaus. Umfasst ihr Repertoire doch rund 200 Songs. Sowohl eigene Kompositionen aus dem Album „Emoticons“ als auch Coversongs von Marlon Roudette über BAP hin zu den Toten Hosen.
Ein eigener Hit für die Band war der erste deutschsprachige Inklusionssong aus 2013. Er kann jederzeit kostenfrei herruntergeladen und das Video kann online angesehen werden.
Für Kinder und Jugendliche war es eine tolle Gelegenheit ein Konzert zu erleben, Autogramme einzuholen und wie ein großer Fan mit signierter CD und T-Shirt nach Hause gehen zu dürfen, war sich das Leitungsteam sicher. Unterstützt wird die Arbeit der Band durch die Stiftung für Blinde und Sehbehinderte und das Projekt in der Schule durch die polytechnische Gesellschaft.

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