crossport to heaven

Die Jugendkirche für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Angekommen

Süße und herzhaften Aromen locken an diesem Abend in die große Halle des Crossport to Heaven. Stolz präsentieren Kinder und Jugendliche ihre mexikanische Pfanne und selbstgebackene Muffins. Mit ihrem gelungenen, gemeinsamen Ergebnis haben sie eine Barriere überwunden: die Sprache. Kommen sie doch aus Ungarn, Afghanisation, Syrien, Somalia, Kosovo und dem Hunsrück. Sie sind hier geboren, haben Zuflucht als Flüchtlinge gefunden und sind als ungarische Schülergruppe zu Gast an der Rottmannschule. Sie alle bereichern den Workshopabend „Open for all“ auf dem Flughafen Hahn, den Ehrenamtliche für sie gestalten.

Währenddessen gibt im Selbstverteidigungsraum fetzige Musik das Tempo vor. Ohne viele Worte trainieren sie ihre Geschicklichkeit und Ausdauer. Ein sechszehnjähriger leitet diesen Sport&Fun Workshop. Er achtet auf jeden Einzelnen, dass er zu recht kommt und sich einbringt. Nichts ungewöhnliches in der Jugendarbeit. Doch Madhi Rahimi kommt aus Afghanistan. Seit fünf Monaten ist er in Deutschland, drei davon lebt er in Irmenach. Welche Leidenswege ihn hiergeführt haben, ist ihm in diesem Moment nicht anzumerken. Hoch konzentriert, durchtrainiert und unter voller Körperspannung motiviert er Kinder und Jugendliche spielerisch an ihre Grenzen zu kommen und voneinande zu lernen. Ausdauer ist gefragt und das Prinzip „Vor- und Nachmachen“, um die sprachlichen Grenzen in der multikulti Gruppe zu überwinden. Die Mädchen aus den Nachbardörfern sind sich einig: „Mahdi ist streng und lustig und normal und wir können gut üben.“ Bevor er floh, trainierte er fünf Jahre lang Karate. Daher hat er seine Disziplin und seine Beweglichkeit.
Sabina (12) und Makfira (16) Bajrami und Ajaan Dirije (18) haben zusammen mit anderen Mädchen gekocht. Die aus Somalia stammende Ajaan ist sein sieben Monaten in Deutschland. Sie besucht den Sprachkurs an der Regionalen Schule. Auch wenn sie nicht das erste Mal beim Open for all ist, so kocht und backt sie dort am Liebsten, während die anderen basteln, malen oder sich bewegen. Für sie „ist das Leben hier gut“. Ihre Sprachkurlehrerin Nina Dieser ist sehr stolz auf die Mädchen. „Sie sind sehr selbstständig und aufmerksam. Ohne Aufforderung räumen sie auf, machen sauber und helfen immer mit.“ Zusammen mit ihren Kolleginnen unterrichtet sie Deutsch im Sprachvorkus (SVK) an der Paul-Schneider-Schule. Integration setzt Kommunikationsfähigkeit voraus. Der Kurs ist eine „befristete Intensivmaßnahme“, inder Schüler ganztägig und individuell entsprechend „ihres sprachlichen Entwicklungsstandes“ in einer Kleinlerngruppe Deutsch lernen können. „Ziel ist es, die Schüler nach einer gewissen Zeit in die Regellerngruppen zu integrieren um ihnen hier einen entsprechenden Schulabschluss zu ermöglichen.“, so die Sprachkurslehrerin.
Die ehrenamtlichen Betreuer sind von der „hohe Motivation und Freude“ der aus der Ferne kommenden Jugendlichen begeistert. „Sie bringen den Angeboten noch mal einen anderen Wind. Sie wollen etwas tun, lernen, sich einbringen. Sie haben viel mehr Energie und Disziplin etwas zu machen. Viel mehr als einige unserer Hunsrücker Jugendlichen, die sich hinter Bildschirmen verkriechen und keine Wege mehr auf sich nehmen wollen oder sollen“, so ein Betreuerin.
Open for all steht und fällt mit der Bereitschaft der Eltern, ihre Kinder bei der Freitagabendgestaltung z.B. durch Fahrgemeinschaften zu unterstützen.
Gruppen aus Dörfern, Jugendräumen oder Vereinen sind nach Voranmeldung immer willkommen.
Die Workshops bieten meist aus der Palette kreatives, künstlerisches, musisches, kulturelles, sportliches und kochen oder backen eine unterschiedliche Auswahl an. Verpflegung und bei Bedarf auch Transport werden gestellt. Auch die ungarischen Lehrerinnen waren froh wieder im Hunsrück zu sein. Nach der Jugendbegegnung im Hunsrück im Vorjahr, trafen sie die letzten Absprachen mit Clemens Fey für den Gegenbesuch in Budapest im Herbst. In der ersten Herbstferienwoche können Jugendliche an einer Begegnungsreise nach Ungarn teilnehmen. Interessensbekundung für die Teilnahme vom 17.-25.10 sind möglich per email an: Dekanat.simmern-jugend@t-online.de
Zuvor soll für die Flüchtlingskinder- und Jugendlichen eine Möglichkeit geschaffen werden, am Sommerzeltlager teilzunahmen.. Pro Flüchtlingskind-/Jugendlichem muss ein ermäßigter Teilnehmerbeitrag von 150€ zusammenkommen, damit sie mitfahren können. Wenn eine Teilnahme finanziert werden kann, werden für diese Zeit auch leihweise noch Fahrräder gesucht. Wer eine Teilnahme unterstützen möchte, kann dies schon durch eine kleine Spende tun.
Nächste Open for all erst wieder Ende Mai, da am April Termin das Konzert von „Blind Foundation“ stattfinden wird. Anfragen zu „Open for all“, freitags von 17 bis 20 Uhr, per email an: mgsim@gmx.de

Spenden mit dem Verwendungszweck „Teilnahme von Flüchtlingsjugendlichen an Sommerzeltlager in Aub“ an Volksbank Hunsrück IBAN
DE78 5606 14 72 0007 1025 87
BIC GENODE D1KHK

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.