crossport to heaven

Die Jugendkirche für den Nationalpark Hunsrück-Hochwald auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn

Katecheten treffen Weihbischof Peters im Crossport to Heaven

Mit einem Augenzwinkern, dass fast nur Katechetinnen zu begrüßen wären, startet Weihbischof Jörg Michael Peters in den gemeinsamen Abend mit den Hunsrücker Katecheten.
Schon in seiner Predigt im gemeinsamen Jugendgottesdienst mit Pit & Paul sprach er seinen Dank aus, dass „sie sich in Dienst nehmen lassen“ bei den „Hundertschaften von Jugendlichen“, die im Dekanat zur Firmung gehen werden.
Ein prägendes Wort aus der Firmvorbereitung tragen die Katecheten bei der Vorstellungsrunde zusammen. Eine bunte Palette an Eindrücken entsteht. Von positiven Erinnerungen wie „Gemeinschaft macht stark“, „Freude“, „Aufbruch“ , „Begeisterung“ so gibt es auch kritische Gedanken wie „Motivation“, „Herausforderung“, „schwierig“ oder „an Grenzen stoßen“. Andrea Weber will herausfinden, welche „Gaben die Firmbewerber selbst haben und einbringen“. Beim Glauben geht es auch um den „Glauben an die Firmlinge“, erklärt Jan Peter Klingels. Für alle aus der Pfarreiengemeinschaft Kirchberg waren die Katechetenrunden ein großes Geschenk, „wie wir arbeiten und uns austauschen“.

„Ja zum Glauben sagen die Jugendlichen auf ihre Art. Auch wenn sie es nicht tun, wie wir uns das wünschen“, ist die Erkenntnis von Gemeindereferentin Renate Steyer. Für Kathrin Altmeppen, die als Gemeindereferentin erst die zweite Firmvorbereitung begleitet, ist es dieses Mal „sehr lebendig, anders als die letzte, sehr frohmachend.“

Auch ein Weihbischof hat kein Patentrezept, das er aus dem Hut zaubert. Nach seiner Teilnahme an den Gesprächsrunden und der Präsentation der Gruppenergebnisse nimmt er Stellung zum Gehörten und Erlebten. Zu vier Fragestellungen hatten sich die Katecheten aus dem gesamten Dekanat in gemischten Gruppen ausgetauscht. Positives wie auch kritisches sollte zur Sprache kommen.
Schwer gefallen ist ihnen bislang das Desinteresse einzelner Jugendlicher an bestimmten Themen
aber auch das unentschuldigte Fehlen, das Eltern zu lassen oder unterstützen und das keine Konsequenzen erfährt. Mangelnde Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit bei wenigen, wirken sich auf die gesamte Vorbereitung aus. Dies macht die Katecheten traurig. Sie sind enttäuscht vom mangelnden Rückhalt für ihr Engagement. Sie fühlen sich in diesen Fällen nicht ernst genommen von den Eltern.

Weihbischof Peters greift auch diese Schwierigkeiten auf. Er nimmt nicht nur die positiven Erfahrungen und Stimmungen mit, die an diesem Abend überwiegen.
Bei den geschilderten Enttäuschungen wünscht er sich, dass frühzeitig das persönliche Gespräch gesucht wird. Hauptamtliche, Katecheten, Eltern und Firmbewerber sollten miteinander klären, wann und wie Firmung und deren Vorbereitung gelingen können und Sinn machen.

„Und sie beschäftigen sich doch damit. Auch wenn sie beim Treffen noch so cool und desinteressiert erscheinen, es geht ihnen nach“, berichten die dienstälteren Katecheten. Einige sind schon zum dritten Mal dabei. Seien es eigene Kinder oder aber die Freude, die sie dazu motivieren.
Allen gemeinsam ist das Fazit: Die Gruppen dürfen nicht so groß sein. So unterschiedlich die Gruppengrößen sind, so unterschiedlich dadurch auch die Erfahrungen. „Wir brauchen
Kleingruppen, um Vertrauen aufzubauen und erzählen zu können“, wiederholt es sich bei den Präsentationen. Jugendliche trauen sich oft nicht, etwas zu sagen. Es ist ihnen peinlich. Da müssen sie Methoden und Inhalte so abwechseln, dass auch die mit im Boot sind, die nicht gerne reden wollen.
Doch wie sich idealerweise die Gruppen zusammenfinden sollten, da ist auch Peters erst einmal ratlos. Es gibt viele Möglichkeiten. Miteinander sollten sie in den Pfarreiengemeinschaften beraten, welche Formen sich bewähren könnten, legt er den Verantwortlichen nahe.
Sorge besteht bei den Katecheten über die fehlende Bindung und Beziehung durch die gewählten Methoden mit Workshops und Projektarbeit.
Gemeinsam im Katecheten-Team zu arbeiten, ist eine Bereicherung und erhöht die Motivation. Das wissen diejenigen zu berichten, die schon alleine eine Gruppe übernommen hatten und nun zu zweit aktiv sind. Die Vorbereitung gibt ihnen viel, das ist an dem Abend zu spüren. Doch Weihbischof Peters ist dennoch besonders dankbar „für die Kraft, die sie investiert haben“.
Viele hatten Bammel vor dem Treffen zum Thema heiliger Geist und dann waren ihre Runden „total gut und intensiv“. Nicht nur, weil eine Gruppe mit dem eigenen Smartphone den Heiligen Geist im Freien suchen durfte.
Weihbischof Peters gefällt besonders, dass die Katecheten immer wieder die unterschiedlichen Leidenschaften der Jugendlichen aufgreifen. Sie sollen sich selbst einbringen können. Dann gelingt auch der „Sprung zur Sinnhaftigkeit der Firmvorbereitung“ viel einfacher, ist er sich sicher. Seit 10 Jahren begleitet er als Weihbischof mit solchen Treffen die Katecheten.
Auch von einem gelungenen Versöhnungstag konnten diese berichten. Dabei hätte auch der neue Pfarrer in Simmern einen guten Start in die hiesige Jugendarbeit hingelegt.
Glaube zu vermitteln, „geht nicht wie die Weitergabe eines Staffelholzes“, ist sich Jörg Michael Peters sicher. Vielmehr haben die Katecheten bewiesen, es gelingt nur durch „Zuhören“, „Anteilnahme am Leben der Jugendlichen und ihrer Stärken“. Er nimmt wahr, dass „Jugendliche die Stille suchen“, sie „chillen“. Erst „durch die Stille können wir wirklich nachdenken“, Jugendlichen brauchen hierfür Raum und Zeit, so Peters.

Bei der Projektarbeit haben sie die Erfahrung gesammelt, dass es kreativ zu gehen muss. Auch muss es einen umsetzbaren Umfang haben. Regelmäßige Treffen sind wichtig und der Einsatz von modernen Medien darf nicht fehlen. „Geben wir den Jugendlichen Hilfestellungen“ mehr über sich herauszufinden, die Firmung „soll ihr Ding sein“, macht er den Katecheten Mut für die letzten Wochen der Firmvorbereitung und die anstehenden Projekte.
Besonders angesprochen fühlten sich die Katecheten bislang durch die Betroffenheit und das Bewegt sein der Jugendlichen. Deren Aussagen haben sie selbst zum Nachdenken angeregt. Durch den Austausch haben sie eine Bereicherung für ihr Leben erfahren.

 

Offensichtlicher Auftrag an diesem Abend für die nächste Firmvorbereitung: mehr Erwachsenen allen Alters persönlich anzusprechen und von den Erfahrungen der Firmvorbereitung zu berichten. Es sollten ausreichend Katecheten gewonnen werden, um den Jugendlichen ein Chance zu geben, sich intensiv mit ihren Fragen und Anliegen auseinandersetzen zu können. Ist doch die ideale Gruppengröße sieben, nicht 18 oder 30. Nur dann kann von allen Beteiligten die Firmvorbereitung ernst genommen werden. „Warum soll ich die Firmung ernst nehmen, wenn die Erwachsenen sich nicht kümmern und ich nicht als Einzelner zähle und wahrgenommen werde“, könnte die berechtige Haltung von Jugendlichen sein. Gemischte Katechetenteams wären ebenso eine Bereicherung. Glauben zu vermitteln, gelingt nur durch gemeinsames Erleben und das Teilen von Erfahrungen. Die Auseinandersetzung mit Fragen an das Leben, den eigenen Werte, Zielvorstellungen und Visionen brauchen die Jugendlichen. Die Firmvorbereitung soll ihnen dafür Raum bieten. Auch wenn sie sich dann dagegen entscheiden. Das alles gelingt nur mit den passenden Rahmenbedingungen. Diese haben die Katecheten an diesem Abend den Hauptamtlichen mit auf den Weg gegeben.

Weihbischof Peters und die Band Pit&Paul

Weihbischof Peters und die Band Pit&Paul

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Das Kreuz wurde bei den Kartagen der Jugend gestaltet

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